KELLER · DIE GROSSEN GEWÄCHSE

 

Liebe Weinfreunde,

die Gärung der trockenen und edelsüssen Rieslinge des Jahrgangs 2009 ist beendet. Die Weine ruhen nun in unserem kühlen Keller auf der Feinhefe. Wir haben Fassproben gezogen und sie über mehrere Tage verfolgt.
Wie gewohnt werden wir unsere Reservierungslisten im April 2010 verschicken. Sollten sie noch nicht registriert sein, können sie uns gerne eine Mail schicken an:  info@keller-wein.de 

 

Von der Fels  

„von der Fels“ 2009  
„Die mineralische Seele der Riesling Traube“

Der „von der Fels“ ist in jedem Jahr einer meiner absoluten Lieblingsweine. Die jungen Reben der Grossen Gewächs- Lagen profitieren von der ausgezeichneten Wasserversorgung  der Böden in Juli und August 2009 und haben herausragende Qualitäten ins Fass gebracht.

Die Fassprobe zeigt eine feinmineralische  Wildkräuteraromatik, feinen Schmelz, Eleganz und Länge – die beschwingte Säure sorgt dafür, dass der Wein geradezu über die Zunge tänzelt. Bei zunehmender Belüftung werden die Kalknoten immer präsenter und präziser.

Er erinnert mich in diesem  jungen Stadium an den Jahrgang 2007 – wobei der 2009er vielleicht noch einen Tick verspielter in der Säure ist.

Eric Asimov von der NY Times mein: “Der „von der Fels“ zeigt die große mineralische Seele der Riesling- Traube.“ Das kann ich in 2009 nur wieder bestätigen.



Kirchspiel  

KIRCHSPIEL Grosses Gewächs 2009
„Eine Primaballerina“

Einige Weinfreunde haben uns bei der diesjährigen Kirchspiel-Ernte geholfen und live miterlebt wie fantastisch die Trauben am Stock hingen.

Ich denke wir haben das natürliche Potenzial der Lage in 2009 im Keller sehr gut erhalten. Diese Kirchspiel Fassprobe  zieht uns gleich in ihren Bann. Eine zart-rauchige, mineralische Note durchzieht  den intensiven und sehr langen Körper – eine „Prima Ballerina“ die scheinbar schwerelos über die Zunge tänzelt.

Ein wunderbar transparenter Riesling mit famosem Zug und besten Anlagen für eine großartige Zukunft. Eigentlich wollten wir diese Flasche über einen längeren Zeitraum beobachten – aber 2009 hat diesen wunderbaren Kalkstein- Energie-Kick im Abgang, dem wir einfach nicht widerstehen können.



Hubacker  

HUBACKER Grosses Gewächs 2009
„Liebe auf den ersten Schluck“


Im Gegensatz zum 2008er Jahrgang haben wir die Fassmuster aus 2009 allesamt blind verkostet.

Eine Methode die einen ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholen kann, wenn man mit großer Sicherheit einen Bodentyp oder eine Lage zu erkennen glaubt – dann aber doch „daneben“ liegt.

Beim 2009er Hubacker waren sich alle am Tisch sofort einig: Die 1978 gepflanzten Reben kommen nun langsam ins beste Alter und der Wein dankt es Jahr für Jahr mehr mit einer geradezu puristischen Noblesse.

Auf gelbem Kalkstein gewachsen, zeigt der 09er eine leicht tabakige Passionsfruchtnote, unterlegt von kleinen, gelben Früchten, mit tollem Zug und großer Präzision am Gaumen. Mich hat dieser Wein sofort an den 2004er Hubacker erinnert.  Auch damals war es „Liebe auf den ersten Schluck“. Ich erinnere mich noch wie gestern an die äußerst verführerische, zartrauchige Note von weissem Weinbergspfirsich im 2004er Jahrgang und die feinstrahlige, präsente Säure.
Noch am vierten Tag unserer Verkostung steht dieser junge Hubacker wie eine Eins im Glas – er hat sich subtil geöffnet und kickt wunderschön mineralisch im Nachhall. Der 2009er Hubacker verbindet „ thinking wine“ mit „drinking wine“, meint mein Freund und wirklich:

Man kann ihn andächtig über Tage verfolgen, aber auch seinem direkten Charme erliegen und die Flasche in großen Schlucken genießen.

 



Morstein  

MORSTEIN Grosses Gewächs 2009
„Der Wein, der gar keine Frucht haben will.“

Unser guter Freund, der die Weine mitverkostet, schmunzelt: “Du kannst gleich nochmal  eine Flasche ziehen – bei diesem Morstein hast Du die Frucht im Keller vergessen.“

Und wirklich trifft bei diesem Wein wilde Mineralität auf kargen Fels. Pur und ungeschminkt. 

Kategorie “ Love me or hate me-Wein“ – nennt es mein Freund und ich kann ihn verstehen, bezweifle jedoch stark, dass die „ hate me“ Fraktion allzu groß sein wird. Doch ganz ehrlich – als Weinliebhaber ist mir selbst diese Vorstellung gar nicht so unangenehm – sind doch meine eigenen Morstein- Bestände immer viel zu klein und ich mußte viele 2005er Burgunder opfern um meine Morstein- Bestände wieder aufzufüllen. (Dank an Thorsten, Thomas, Ulf und alle anderen).

Wir trinken -pardon- verkosten weiter und kommen zu dem mitternächtlichen Schluß, dass der 2009er Morstein ein Wein ist, der gar keine Frucht haben will oder wie es Jancis Robinson, MW schon beim 2007er bemerkte ein „thinking wine“ ist, der die Seele berührt.



PETTENTHAL Grosses Gewächs 2009 „Premiere im Hang“

Es hat uns sehr viel Freude bereitet ein kleines Stück dieser Paradelage von Weingut FK Schmitt in Nierstein pachten zu dürfen.

Die nur 0,3 ha große Parzelle auf rotem Tonschiefer zeigt sich in 2009 mit zart exotischer Kräuterwürze und feiner, salziger Mineralik im Nachhall.

Wir werden leider nicht alle Kundenwünsche erfüllen können. Es wird allerdings für Privatkunden die Möglichkeit geben den Wein auf unserer Jahrgangspräsentation zu reservieren.

 
Abtserde  

AbtsE Grosses Gewächs 2009
„Wie Gebirgsquellwasser“

Wir haben aus 2008 gelernt und von der 2009er AbtsE gleich 2 Flaschen gezogen – denn die erste ist  -wie im Vorjahr- geradezu im Glas verdunstet.

Feinste Feuersteinwürze, grandiose Mineralik und Präzision. „So ungeschminkt kommt Kalkstein nur ganz selten ins Glas“, meint mein Freund mit glückseligem Gesichtsausdruck.

Robert Parkers Verkoster für Deutschland, David Schildknecht, schreibt beim 2008er zu Recht von „frischem Gebirgsquellwasser und tänzerischer Eleganz“. Genau diesen Eindruck bekommt man beim 2009er wieder. Wir sind zu dritt als wir den letzten Schluck verkosten und wir haben Gänsehaut.

2009 – ganz groß für die alten Reben in der AbtsE.


Abtserde  

G-Max 2009  
„Mit einem Schluck von diesem Wein hatte ich ein Erlebnis das ich nie mehr im Leben vergessen werde.“ Sternekoch V. Klink, Rest. Wielandshöhe, Stuttgart

Viele fragen danach. Deshalb nochmal ganz kurz. Max hat nichts mit  Maximierung hin zum Riesling- Monster zu tun. Der G-Max wächst auf einem begnadeten Stückchen Erde und wer meine persönlichen Weinvorlieben kennt,  weiß wie wichtig mir Eleganz und Trinkfreude sind.
G steht für Georg Keller (meinen Ur-,Ur-,….Ur Großvater), Max für unseren jüngsten Sohn Maximilian.

Genauso einmalig wie unser jüngster Sohn Max (Einige von Ihnen, liebe Weinfreunde, haben ihn vielleicht schon einmal während einer Probe hier im Weingut erlebt und können nachvollziehen von was ich schreibe) ist der 2009er G-Max.

Ich hatte mich den ganzen Tag darauf gefreut diesen Wein mit meiner Frau in aller Ruhe zu verkosten, aber es gibt solche Tage an denen es unsere Freunde schon durchs Telefon zu wittern scheinen:  Heute gibt es den G-Max!
Natürlich haben wir uns gefreut (ganz ehrlich), als wir dann zu siebt zusammen verkostet haben.
Der Wein ist so geworden, wie ich es mir immer gewünscht habe. Ich kann mir gut vorstellen, dass er sogar besser als der 2004er G-Max werden könnte.

Fantastischer Ausdruck von gelbem Kalksteinfels, konzentriert und gleichzeitig leichtfüßig am Gaumen, tänzerisch-komplex, ein wahres Energiebündel, aufbrausend und feinsinng, willensstark und sensibel,  man hat allein beim Hineinriechen ins  Glas schon das Gefühl in die Gesteinsschichten reingezogen zu werden. Andächtiges Schweigen in der Runde.

PS: Wir werden es nicht dulden, wenn Spekulanten diesen Wein auf ebay für horrende Preise, teilweise über 500.- Euro, anbieten und verkaufen. Aus diesem Grund werden wir selbst Testkäufe durchführen (lassen) und jeden von unserer Zuteilungsliste streichen, der sich unseren G-Max im Internet auf Kosten der wahren Weinliebhaber vergolden läßt.

Den Übergang zu den Rotweinen erleichtern uns  zwei phantastische fruchtige Kabinettweine:

2008 Willi Schäfer Graacher Domprobst Riesling Kabinett  und 2008 Dorsheimer Pittermännchen Riesling Kabinett vom Schloßgut Diel .

Besser kann fruchtsüsser Riesling nicht schmecken!

 


BÜRGEL Grosses Gewächs 2008 „Mein Hobby: Roter Riesling“

„ The quality of the best German Pinots is one of the world´s best kept secrets“.
Dieser inzwischen schon legendäre Satz, den Jancis Robinson unlängst in der Financial Times veröffentlichte, stimmt heute  so schon nicht mehr ganz.

Denn immer häufiger findet man inzwischen auf den großen Weinkarten der Welt auch deutsche Spätburgunderweine. Ganz langsam kommen diese Weine wieder dorthin zurück wo sie vor  100 Jahren bereits einmal waren. Damals wurden große Burgunderlagen wie Musigny, Chambertin und Romanee- Conti in einem Atemzug mit den besten Lagen aus Deutschland genannt.

Spätburgunder zu erzeugen, kann leicht zum Virus werden, der einen so schnell nicht mehr los lässt. Man wacht nachts mit einer Idee auf, die einen dann unter Umständen ein ganzes Jahr verfolgt, bis man endlich am neuen Jahrgang testen kann, ob es  qualitativ einen Fortschritt bringen konnte.

Viele Faktoren spielen uns momentan in die Karten und werden uns helfen, dass die Qualitäten immer besser werden. Die Reben werden älter, unsere Erfahrung im Umgang mit den Trauben wächst weiter und die klimatischen Veränderungen werden sich weiter positiv auswirken.

Meine Idee vom Spätburgunder ist ein roter Riesling – ein Finessewein mit toller Frucht, tiefer Mineralität und großer Eleganz. Ein Rotwein bei dem die Flaschen immer zu klein sind.  

2008 passt gut in dieses Bild. Ein eher kühler September  führte zu Jungweinen mit stabilem Tanningerüst und eher mittlerem Körper. Doch welche Wandlung haben diese Weine in den letzten 15 Monaten im Holzfass durchlaufen? Die Tannine fein eingebunden, strahlende rubinrote Farbe, intensiv-rotbeerige Frucht und von leuchtender Statur. Gar nicht mehr so weit weg von meinem Ideal.



Frauenberg

FR – Spätburgunder aus dem Frauenberg 2008 „Do you smell the dirtiness“
(Versteigerungswein VDP Sept. 2011)

Ich muss im Geiste immer noch schmunzeln, wenn ich mich daran erinnere. Wir waren auf einer großartigen Rieslingprobe eingeladen, als sich ein guter Freund von uns  der Grande Dame der Weinjournalisten, Jancis Robinson, seitlich nähert und ihr voller Begeisterung über den gerade verkosteten Riesling mit glänzenden Augen und erregter Stimme ins Ohr haucht : “ Jancins – do you smell the dirtiness in this wine?“ Nun, Jancis war sichtlich überrascht, vielleicht sogar etwas geschockt über so viel Spontanität in der Verkostung und die Wortwahl des Mitverkosters – aber das Thema des Abends war von nun an klar:

„Wie schmeckt dreckiger Kalk, wie kommen diese Aromen in den Wein und warum finden wir es so großartig?“ Um es etwas abzukürzen:  wir kamen zu keinem einheitlichen Ergebnis, hatten aber im Anschluß an diese legendäre Probe noch einen (leider viel zu jungen) 2002er „Les Clos“ von Ravenau und einen 1996er Echezeaux von Jayer-Gilles – beides Weine, die in wunderbarer Art und Weise diesen Ausdruck des Kalkbodens besitzen.

Die 2 Fässer 2008er Frauenberg sind die besten, die dieser Weinberg bislang hervorgebracht hat. Die jungen Reben graben sich immer tiefer in die harten Gesteinsschichten vor – Präzision, Noblesse und grandiose dunkelbeerige Frucht zeichnen diesen Wein aus – und natürlich die „ dreckige“ Kalksteinnote.   Es ist schwer zu beschreiben – man muss es getrunken haben – vielleicht kommt man mit der Beschreibung „süchtig machende verführerische Verruchtheit“ dem Charakter des Weines am nächsten.
Was es auch immer sei – hier ist etwas ganz Besonderes im Glas.

Alle 4 Keller-Generationen wünschen Ihnen viel Freude an den Weinen des neuen Jahrgangs – bei Fragen können sie uns gerne telefonisch oder per Mail kontaktieren.

Herzlichen Gruß aus Dalsheim
Ihre Familie Keller


 

Dalsheim HUBACKER
Mostgewichte zwischen 94° bis 103° Oechsle
Säure: 8 bis 8,5 g/l

DIE LAGE

Bereits in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts, befand sich der Weinanbau in Dalsheim in großer Blüte, was aus den zahlreichen Schenkungen von Dalsheimer Weinbergen an das Kloster Lorch hervorgeht.

Die Entstehung des Lagennamen Hubacker geht auf das Dalsheimer Seelenbuch von 1490 zurück, in dem von “Huffen” (Stück Land bestimmter Größe) die Rede ist.

Die 4ha große 25-30% Süd-Südost exponierte Hanglage des Hubackers befindet sich seit 10 Generationen im Keller’schen Familienbesitz und ist zu 95% mit Rieslingreben bestockt.

Die geschützte Lage und die Exposition des Hanges garantieren Jahr für Jahr eine hohe Grundreife. Unsere Familienbibel berichtet bereits aus dem vorletzten Jahrhundert von den aussergewöhnlichen Qualitäten aus dieser Lage.

DER BODEN

Im Oberboden zeigt der Hubacker die für Dalsheim typische Löss-Lehm-Komponente. Der Untergrund besteht aus Kalksteinfelsen mit Mergellagen. Eine konstant gute Wasserversorgung der Reben wird durch stabile Humusgehalte erreicht.

Dalsheim BÜRGEL
Mostgewicht 98° Oechsle
Säure 6,6 g/l

DIE LAGE

Der Dalsheimer Bürgel ist die klassische Lage für weiße und rote Burgundersorten in Dalsheim. In geschützter Südlage - der Dalsheimer Fleckenmauer vorgelagert-, bilden die ockerfarbenen Terra fusca und Muschelkalk Böden die Voraussetzung zur Erzeugung gehaltvoll- komplexer Burgunder.

DER BODEN

Der hohe Kalkgehalt der Lage sorgt für ideale Säurebalance. In trockenen Sommern (im langjährigen Durchschnitt liegen die Niederschlagsmengen im Hügelland unter 500 mm) begünstigt ein reduziertes vegetatives Wachstum die Bildung von Farbstoff und Aromen und garantiert ein gutes Ausreifen der Trauben. Schrumpfrisse, die durch Austrocknung im Kalksteinbraunlehm entstehen, begünstigen die Wasser- und Luftdurchlässigkeit. Diese Eigenschaften und das trockene Klima verhindern die Staunässebildung im Unterboden.

Westhofen KIRCHSPIEL – Turmstück
Mostgewichte zwischen 93° bis 100° Oechsle
Säure 7 bis 8 g/l

DIE LAGE

Der Rebhang zeigt sich wie ein Amphitheater zum Rhein hin geöffnet. Er zieht sich im mittleren und oberen Hangbereich um das alte Westhofen herum und besteht noch heute zum allergrößten Teil in den Grenzen der historischen Kernlage. Die Weinberge sind mit ihrer Ost- bis Südostausrichtung geschützt vor kalten Westwinden, der Grund für das hervorragende Kleinklima des Kirchspiels.

DER BODEN

In den Kernbereichen ist das Kirchspiel geprägt vom Tonmergel mit Kalksteinskeletteinlagen und einem geringen Anteil an Kalkwitterungslehm, auch im Untergrund wird die Lage von Kalkstein dominiert.

Westhofen MORSTEIN
Mostgewichte zwischen 94° bis 98° Oechsle
Säure 8 g/l

DIE LAGE

Aus dem Urstromtal des Rheins steigt der süd- bis südöstlich geneigte Westhofener Rebhang bis zum Rande eines Hochplateaus auf. Der Morstein befindet sich auf dem von Gundersheim bis Westhofen ziehenden Südhang, der im Untergrund von massiven Kalkfelsen geprägt ist. Bereits 1282 wurde der Morstein erstmals urkundlich erwähnt. Bedeutende Klöster wie Lorch, Weißenburg, Otterberg und das Wormser Martinsstift hatten zu dieser Zeit Weinbergsbesitz in Westhofen.

DER BODEN

Die obere Schicht zeigt vor allem schweren Tonmergelboden mit Kalksteineinlagen, der ebenfalls schwere Untergrund wird von wasserführenden Kalksteinfelsschichten geprägt. So entstehen für die Weinberge optimale Verhältnisse zur Versorgung mit Nährstoffen und Mineralien, die als Grundlage des mineralischen Charakters unserer Morsteinweine gelten.