KELLER · DER JAHRGANG 2007
 

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Von Farbenrausch und Winzerglück – Der Jahrgang 2007

Liebe KELLER- Freunde,

wenn gleich Vater (Jahrgang 1949) und Großvater (Jahrgang 1926) ins Grübeln kommen, wann der Oktober zuletzt so schön wie 2007 war, muss ein außergewöhnlicher Jahrgang anstehen.

Und das ist in 2007 der Fall.

Nach sehr kurzem, feuchten Winter und mildem Frühjahr kamen Austrieb und Blüte früh wie nie zuvor. Da hieß es für die gesamte „Keller-Mannschaft“ Abends Extraschichten im Weinberg leisten, um die schnell heranwachsenden Triebe aufzubinden, sie gerade zu richten um für optimale Belichtung und Belüftung unserer Trauben zu sorgen.

Noch Ende Juli schien ein Erntebeginn in den letzten August- oder ersten Septembertagen wahrscheinlich.

Doch der äußerst kühle und feuchte August ließ die Reben durchatmen. Wachstum und Reife verzögerten sich merklich – die für die Versorgung unserer Reben mit Nährstoffen und Mineralien so wichtigen Wasservorräte wurden aufgefüllt.


Mittagessen im Weinberg bei strahlendem Sonnenschein.

Wie bestellt hielt dann im September ein herrlicher Altweibersommer Einzug. Temperaturen von 15 bis 20 °C sorgten für einen gleichmäßigen Reifeverlauf- die kühlen Nächte für fantastische Aromenreife. Ganze 4 mm Niederschlag fielen im gesamten Oktober (normal sind ca. 60mm).Die Sonne strahlte mit den Trauben (und natürlich den Winzern) um die Wette. Unsere spätreifenden Sorten kamen somit in den Genuss einer bis zu 160-tägigen Vegetationszeit.

Wir waren über fast 6 Wochen Tag für Tag im Weinberg um im Jahrgang 2007 für Sie und für uns das Gute vom Besten zu trennen. Es kommt sehr selten vor, dass ein Jahrgang so homogen gut über alle Rebsorten hinweg ist. Ob rot oder weiss – trocken oder edelsüss – es gab großartige Trauben in jeder Kategorie.


Die Ergebnisse der einzelnen Rebsorten und Lagen:

Monsheim Silberberg, Rieslaner

Großer Jahrgang für Rieslaner! Von Auslese bis Trockenbeerenauslese gab es alles, was das Herz begehrt. Atemberaubende Aromenfülle und feinmineralische Noten zeigen die 2007er Rieslaner. Die Trockenbeerenauslese Goldkapsel aus den alten Reben im Silberberg könnte die beste in der Gutsgeschichte werden.

Dalsheim BÜRGEL und Nieder-Flörsheim Frauenberg, Spätburgunder

Ende September bis Mitte Oktober wurden die Spätburgundertrauben geerntet. Bei idealen Zucker-und Säurewerten steht uns ein außerordentlich gelungener Rotweinjahrgang ins Haus. Die 2007er wirken zur Zeit noch mineralischer als die 2005er- kühle Frucht und Finesse prägt die Weine. Wir setzen nur noch sehr wenig neues Holz ein um den Bodencharakter und die Eleganz der Lage noch besser in die Flasche zu bringen.

Silvaner

Sehr gute Grundreife und ungemein animierende Frucht zeichneten die Trauben bei der Ernte aus. Silvaner zum „Reinbeißen“, die erklären, warum vor 100 Jahren mehr als die Hälfte der Rebfläche in Rheinhessen damit bestockt war.

Weiss- & Grauburgunder

Gute Grundreife zwischen 90 bis 100° Oechsle in allen Weinbergen. Animierend frische Weine mit feiner Kalksteinnote – die -S- Versionen aus alten Reben zeigen vom Fass Schmelz, Dichte und mineralische Rasse – den 2001ern wohl am ähnlichsten.

Dalsheim HUBACKER

Von Mitte Oktober bis Anfang November wurden die Riesling- Trauben im HUBACKER geerntet. Die Erträge waren klein, da bereits zur Blüte zahlreiche Trauben „verrieselt“ waren. Bei Mostgewichten zwischen 92° und 100° Oechsle zeigen sich die Jungweine mit den typisch exotischen Noten des gelben Kalksteinfels-Bodens.

Der Jahrgang war nicht nur im trockenen Bereich nahezu optimal – auch die 2007er Süssweine gehören zum Besten was im Hubacker bislang gewachsen ist.

Westhofen KIRCHSPIEL

Geerntet Mitte bis Ende Oktober 2007. Goldgelbe Beeren mit dicken Schalen und feiner Mineralik. Die Säure wirkt reif- der Jungwein zeigt die typische Kirchspiel-Finesse. Fantastische Ergebnisse im Spätlese-, Auslese- und Trockenbeerenauslese-Bereich.

Westhofen Brunnenhäuschen „ABTS E.“

Der karge Kalkboden brachte sehr kleine, geschmacksintensive Träubchen hervor. Feinste Kalkfelsexotik mit festem mineralischen Schliff und elegantem Körper zeigt der 2007er Jungwein.
Grandiose Süssweine.

Westhofen MORSTEIN

Mitte Oktober ernteten wir die Parzellen im Morstein. Träubchen, die einen anlachten! Der Jungwein zeigt leicht rauchige, kühle Mineralik und feinsten Schmelz. Braucht Zeit – in diesem Stadium dem 2004er nicht unähnlich.

Auch großartige Scheureben in 2007!


Perfekte Botrytis im alten Scheurebe-Weinberg.