KELLER · TRADITION


Geschichte des Weinbaus in Dalsheim

In der Dalsheimer Gemarkung wurden Funde aus allen Kulturepochen der Menschheit gemacht. Dies zeigt, dass dieses Gebiet seit der Jungsteinzeit, also seit etwa 7.000 Jahren besiedelt ist. Die Gelehrten streiten darüber, seit wann der Weinbau hier heimisch ist. Der keltische Stamm der Vangionen (daher auch der Name Wonnegau) könnte vor mehr als 2.000 Jahren die ersten Reben in unsere Region gebracht haben. Durch schriftliche Überlieferung nachweisbar ist allerdings, dass spätestens die Römer vor ca. 1.800 Jahren die ersten Reben bei uns kultivierten.

Dass die Römer auf Dalsheimer Gebiet siedelten, zeigen zahlreiche Streufunde. So wurden bei Grabungen alte Gerätschaften, Gräber und sogar ein römischer Hof entdeckt. Der Weinbau scheint von da an aus Dalsheim nicht mehr verschwunden zu sein, wenn es auch bis zum Jahr 765 keine geschichtlich zuverlässigen Hinweise gibt. In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts befand sich der Weinbau bereits in hoher Blüte, was aus mindestens 18 Schenkungen von Dalsheimer Weinbergen (im 15. Regierungsjahres König Pippins) an das Kloster Lorsch hervorgeht. Von da an verstummen die geschichtlichen Nachrichten bis zum 14. Jahrhundert. Um diese Zeit muss der Weinbau in Dalsheim bereits einen sehr großen Umfang gehabt haben, wie aus dem Dalsheimer Seelenbuch von 1490 hervorgeht. Die durchschnittliche Jahresproduktion an Wein betrug um 1490 etwa 800 Fuder, während um 1900 lediglich 500 Fuder Wein erzeugt wurden.

Dass Dalsheimer Weine schon im Mittelalter einen hohen Bekanntheitsgrad hatten, zeigt die Tatsache, dass bis in das 16. Jahrhundert zahlreiche Klöster und Stifter "in Dalsheim Weinbergsbesitz zu erwerben für zweckmäßig fanden".

Die Fleckenmauer umschließt den historischen Dorfkern.